Im April 1930 nahm der Nudelfabrikant Fritz Schminke Kontakt zu dem Architekten Hans Bernhard Scharoun auf. Das Ehepaar Schminke war durch Besuche der Werkbundausstellungen von 1927 in Stuttgart und 1929 in Breslau auf Scharoun aufmerksam geworden.
Für das zu errichtende Haus hatte der Bauherr sehr konkrete Vorstellungen, ließ dem Architekten jedoch genügend Spielraum für seine Entwurfsarbeit. Schminke erinnerte sich später an seine Vorgaben: "Ein modernes Haus für zwei Eltern, vier Kinder und gelegentlich ein bis zwei Gäste; da der Garten zur Hauptsache nördlich des vorgesehenen Bauplatzes lag, sollte der Blick nach dort wohl frei sein, jedoch sollten die Wohnräume auch Südsonne haben; leichte Bewirtschaftung, nur eine Gehilfin für die Hausfrau; praktische Fußböden, einfach und leicht zu reinigende Bäder, Schlaf- und Waschräume; Wohn-, Wasch- und Baderaum für die Hausgehilfin; Möglichkeiten zur Blumenpflege, an der die Hausfrau besonders interessiert war...".
Fritz Schminkes Vater Wilhelm plante bereits 1910 an gleicher Stelle den Bau eines neuen Hauses. Zunächst verhinderten dringende Investitionen in die familieneigene Anker-Teigwarenfabrik den Bau der vom Büro Lossow & Kühne geplanten Villa, später der Erste Weltkrieg, Weltwirtschaftskrise und Inflation. Um nicht alle Arbeiter seiner Fabrik entlassen zu müssen, ließ Wilhelm Schminke Baugrube und wesentliche Teile des Gartens durch sie anlegen. Letztlich wurde der Bau der Villa auf Grund des frühzeitigen Ablebens von Wilhelm Schminke nicht realisiert.
Im Juni 1930 reichte Scharoun den Bauantrag für das Bauvorhaben Fritz Schminkes ein, welcher im August genehmigt wurde. Bis die Finanzierung des Baues geklärt war, verging wiederum Zeit, so dass die eigentlichen Bauarbeiten erst August 1932 starteten. Im Mai 1933 konnte die Familie Schminke einziehen. Sie bewohnte das Haus jedoch nur 12 Jahre lang.
1945 wurde das Haus durch die Rote Armee beschlagnahmt - und vorübergehend von der Militärkommandatur bewohnt.
1946 erhielt die Familie das Haus zurück - gleichzeitig wurde aber die Nudelfabrik enteignet. Charlotte Schminke richtete im Haus ein Erholungsheim für Kinder bombengeschädigter Familien aus Dresden ein, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Ihr Mann kehrte erst 1948 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück. 1950 verließ Fritz Schminke die DDR, da er hier wegen Belieferung der Wehrmacht als Kriegverbrecher galt. Seine Frau folgte ihm 1951 nach Celle.
Das Ehepaar Schminke verpachtete das Haus an die Stadt Löbau, die im Mai 1951 ein Klubhaus für die Freie Deutsche Jugend (FDJ) einrichtete. Ein Jahr später erfolgte die Enteignung. 1963 wurde das Klubhaus der FDJ aufgelöst. Das Haus Schminke wird fortan bis zur Wende als "Haus der Pioniere" genutzt.
1990 richtete die Stadt Löbau im Haus Schminke ein Freizeitzentrum für Kinder und Jugendliche ein.
1993 verzichtete die Familie Schminke auf die Rückübertragung ihres Eigentums zugunsten einer öffentlichen Nutzung. Im gleichen Jahr beschloss die Löbauer Stadtverordnetenversammlung, dass die Einrichtung des Freizeitzentrums Löbau, Kirschallee 1b, mit Wirkung vom 01. September 1993 an den Förderverein Freizeitzentrum e.V. übergeben wird.
1994 wurde die Wüstenrot Stiftung auf das Haus Schminke aufmerksam. Im Dezember 1997 unterzeichneten die Wüstenrot Stiftung und die Stadt Löbau einen Bauherrenvertrag zur Sanierung und Instandsetzung. Unter der fachlichen Federführung der Werkstatt für Architektur und Denkmalpflege Pitz & Hoh, Berlin, wurde das Haus Schminke vom Spätsommer 1999 bis zum Dezember 2000 umfassend denkmalschutzgerecht saniert und instandgesetzt. Begleitend agierten hierbei die Vertreter der Denkmalschutzbehörden und der Wissenschaftliche Beirat der Wüstenrot Stiftung. Die Kosten beliefen sich auf insgesamt 3,2 Mio. D-Mark. Die Hälfte trug die Wüstenrot Stiftung, darüber hinaus beteiligten sich der Bund und der Freistaat Sachsen an der Finanzierung.
Mit einer Feierstunde erfolgte im Beisein der Töchter von Charlotte und Fritz Schminke, Helga Zumpfe und Erika Inderbiethen, am 14. Dezember 2000 die Wiedereröffnung des Hauses. Den Töchtern ist es zu verdanken, dass Originalgegenstände wieder an ihren Ursprungsort zurückgeführt werden konnten, unter anderem das Ehebett der Mutter, das Schlafzimmersofa, ein Schreibsekretär sowie private Bilddokumentationen.
Nach Wiederbezug im Januar 2001 nannte sich der Verein "Haus Schminke e.V.". Im Spätsommer 2005 kündigte der Verein den Nutzungsvertrag mit der Stadt Löbau. 2006 übernahm erneut die Stadt Löbau die Trägerschaft und entwickelte ein erstes Nutzungskonzept, das die Nutzung als Architekturdenkmal in den Vordergrund stellte.
Diesen Kurs verfolgt die Stiftung Haus Schminke nun konsequent weiter. Sie hat im Mai 2009 die Trägerschaft für das Architekturdenkmal von der Stadt Löbau übernommen.
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