Fritz Schminke, der Bauherr des berühmten Haus Schminke in Löbau, wurde am 9. November 1897 als Sohn von Wilhelm Schminke, dem Mitinhaber einer Textilfabrik, in Glauchau geboren. 1904 kaufte Wilhelm Schminke die Löbauer Anker-Teigwarenfabrik "Loeser & Richter" und zog mit seiner Frau Anna Therese Schminke, geb. Rössler, und Sohn Fritz in die Stadt am Berge. Der am 30. Januar 1905 geborene Sohn Hans Wilhelm verstarb im Alter von nur 4 Monaten und 5 Tagen. Am 13. Juli 1906 wurde der dritte Sohn, Joachim Schminke, geboren.
Nach dem Abschluss der Realschule begann Fritz Schminke 1913 eine kaufmännische Lehre bei der Firma Thierbach in Dresden. 1918 übernahm er wegen Erkrankung des Vaters kommissarisch die Leitung der Fabrik. Nach dem Tod des Vaters am 28.04.1920 wurde er im Alter von 22 Jahren endgültig "Betriebsführer" der Fabrik, die er gemeinsam mit seinem Bruder Joachim geerbt hatte. Wenig später starb auch die Mutter.
Am 21. März 1922 heiratete Fritz Oswald Schminke die drei Jahre jüngere Agnes Thekla Charlotte Orlamünder, eine gebürtige Magdeburgerin. Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor: 1924 wurde der Sohn Fritz Wilhelm Harald, 1926 die Tochter Anna Gertraude, 1929 die Tochter Erika und 1930 die Tochter Helga geboren. Von 1926 bis 1932 engagierte sich Fritz Schminke für die "Bürgerliche Vereinigung" als Stadtverordneter.
Seit ihrer Hochzeit wohnten Fritz und Charlotte Schminke im Haus Goethestraße 10, einem zweigeschossigen Reihenhaus. Auch dieses Wohnhaus hatten die Brüder Fritz und Joachim von ihren Eltern geerbt. Während seiner kaufmännischen Lehre, die er in Hamburg absolvierte, hielt sich Joachim Schminke nur selten im Löbauer Elternhaus auf. Mit seiner Rückkehr nach Löbau drohte es im Haus an der Goethestraße aber zu eng zu werden. Die Brüder einigten sich daher, dass Joachim das Haus der Eltern übernehmen und Fritz für seine Familie ein neues Haus im Garten hinter der Fabrik bauen sollte:
Der Neubau wurde am 31. Mai 1933 von der Familie bezogen. Bereits 1934 zog der Sohn Harald nach Dresden, um dort sein Abitur zu absolvieren. 1939 wurde er wie auch sein Vater zum Kriegsdienst einberufen.
Noch am 6. Mai 1945 wurde die Hochzeit der Tochter Gertraude mit Helmut Bleks im Haus Schminke gefeiert. Einen Tag später verließ die Familie ihr Heim und floh vor der anrückenden Roten Armee, welche das Haus später beschlagnahmte und dort Offiziere einquartierte. Nachdem Charlotte Schminke ihr Wohnhaus 1946 von der Roten Armee zurückgegeben wurde, eröffnete sie darin ein Erholungsheim für Kinder. Dies hatte existenzielle Gründe, da die Familie von ihrer bisherigen Lebensbasis, der Anker-Teigwarenfabrik, am 01. Juli 1946 enteignet worden war. Schminkes galten als "Kriegsverbrecher", weil die Teigwaren ihrer Fabrik unter anderem auch an die Deutsche Wehrmacht geliefert wurden. Der Sohn Harald Schminke fiel am 21. Dezember 1943 in Russland. Vater Fritz befand sich von 1945 bis 1948 in russischer Kriegsgefangenschaft.
Im April 1951 löst Charlotte Schminke das von ihr eingerichtete Heim wieder auf und verließ die inzwischen gegründete DDR, um zu ihrem Mann zu ziehen, der schon seit 1950 in Celle wohnte. Fritz Schminke hatte dort, nach zwei Jahren Krankheit und Arbeitslosigkeit, bei seiner ehemaligen Konkurrenzfirma "Trüller" eine neue Arbeit gefunden. Von Celle aus nahm er wieder Kontakt mit dem inzwischen in enger Freundschaft verbundenen Hans Scharoun auf. Aus dem Briefwechsel ging auch Stolz darüber hervor, dass die jüngste Tochter Helga inzwischen eine von drei weiblichen Steinmetzlehrlingen beim Wiederaufbau des Dresdner Zwingers war.
Scharoun wurde unterdessen mit der Planung für ein neues Wohnhaus in Celle beauftragt. Familiäre Gründe verhinderten allerdings diesen Bau. Nach der langen Zeit der Trennung zerbrach die Ehe und wurde 1953 geschieden.
Fritz Schminke starb in zweiter Ehe am 26. Mai 1971 in Celle, Charlotte Schminke fünf Jahre später in einem Altersheim in Goslar. Die älteste Tochter Gertraude Bleks entschloss sich 1971, mit ihrem Mann nach Namibia zu gehen und sich dort mittels der eigens gegründeten Helmut-Bleks-Stiftung humanitär zu engagieren. Sie lebte viele Jahre in Baumgartsbrunn, einer Siedlung nahe Windhoek, wo sie am 14. April 2008 verstarb. Erika Inderbiethen, die zweitälteste Tochter der Schminkes heiratete 1954 in Osnabrück. Sie lebt in Lemgo, einer alten Hansestadt in Nordrhein-Westfalen. Helga Zumpfe, die jüngste der Schminketöchter, lebt in Bochum und besucht regelmäßig Löbau und ihr Elternhaus.
Die Anker-Teigwarenfabrik Loeser & Richter ... mehr